Alte Schule wird zum Kulturzentrum

 

Aus- und Umbau schreitet voran: Veranstaltungssaal wird derzeit hergerichtet – Im August soll alles fertig sein

Stotel. In die Alte Schule in Stotel ist in den letzten zwei Jahren das Leben eingezogen: Das denkmalgeschützte Gebäude wird als Kulturzentrum hergerichtet. Nach und nach wurden Heimatstube und Seminarraum im Erdgeschoss und mehrere Räume im Obergeschoss in Eigenregie durch die Ortsgemeinschaft ausgebaut und von unterschiedlichen Gruppen genutzt. Nun ist der Ausbau des Veranstaltungssaales und des Raumes für die Ortsheimatpfleger in vollem Gange. Die Firmen haben ihre Arbeiten aufgenommen. Den dicksten Brocken hat Karl-Heinz Lotz mit seinen Leuten zu bewältigen. Im Erdgeschoss entsteht aus zwei Klassenräumen und dem Flur ein Veranstaltungssaal. Dazu wurden die alten Fliesen im Flur aufgenommen und eine Sohlplatte hergestellt. Um die Decke abzustützen, sind inzwischen zwei Eisenträger eingebaut worden. Vorher war jedoch der Einbau von Lasten-verteilungsträgern unterhalb der Stützen im Erdgeschoss notwendig geworden. Nachdem das erledigt war, mussten die beiden Stahlträger aufgrund ihrer Länge durch das Flurfenster in das Gebäude geschafft werden. Aber auch das wurde bewältigt und nachdem die Stützen nun eingebaut sind, können die Wände entfernt werden. So entsteht ein Saal von rund 16 Meter Länge und 9 Meter Breite. An der Ostseite wird eine Bühne von 9 mal 4 Metern eingebaut. Der gesamte Umbau wird etwa 150000 Euro kosten.

Mit EU-Fördermitteln                                                                                                                                               

Der Dachboden, wo die Ortsheimatpfleger Lagerflächen bekommen sollen, wurde in den letzten Monaten von den Arbeitslüüd des Heimat- und Bürgervereins entkernt. Sie haben die Vorarbeit für den Ausbau geleistet. Die beauftragten Firmen haben die Deckenbalken bereits eingebaut, Dachschrägen und Decke mit Mineral-wolldämmung versehen, zwei Heizkörper und die Elektroleitungen installiert. Insgesamt wird der Ausbau mit 65000 Euro veranschlagt, die ebenso wie die anderen Arbeiten zum größten Teil aus Mitteln aus dem EU-Topf Leader aufgebracht werden. Durch die Nutzung als Kulturzentrum bleibt das 1907 eingeweihte Gebäude, das das Ortsbild prägt, langfristig erhalten. Es ist denkmalgeschützt und genießt wegen seiner sozial-geschichtlichen Vergangenheit überregionale Bedeutung. Das Gebäude wurde der Ortsgemeinschaft Stotel für Zwecke, die der Gemeinschaft dienen, von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Mit Ende des Schuljahres 2005 wurden dort keine Schüler mehr unterrichtet. So beschloss die Gemeinde Loxstedt 2005 den Verkauf.

In Eigenregie umgebaut

Dass dem Gebäude das gleiche Schicksal drohen sollte wie dem Grafenhof, von dessen Glanz nichts als alte Fotos übrig geblieben sind, ließ die Ortsgemeinschaft nicht ruhen. Sie stellte bei der Gemeinde den Antrag auf Nutzung und erhielt ihn 2006. Von diesem Zeitpunkt gab es für Ortsvorsteher, Heimat- und Bürgerverein, Siedlergemeinschaft, Männergesangverein, Arbeiterwohlfahrt und anderen Gruppen viel zu tun. Nicht nur die erforderlichen Gelder waren zu beschaffen, sondern die Umbauarbeiten in Eigenregie zu tätigen. Denn bis Mitte 2009 gab es nur vage Hoffnung auf öffentliche Mittel. Die Freude war groß, als die Zusage kam. Im August soll alles fertig sein. Dann wird es neben den bisherigen Aktivitäten wie Kaffeestube, Spielenachmittagen, Handarbeitsgruppe, Volkshochschule, Vorträgen, Kreisabfallbehörde und Kleiderstube auch Veranstaltungen im größeren Rahmen geben. Denn das Gebäude soll sich auch in Zukunft überregional einen Ruf als Veranstaltungs- und Begegnungsstätte für alle Altersgruppen in Gegenwart und Zukunft erwerben. (be)