Stoteler werden nun belohnt

Alte Schule soll Kulturzentrum werden – Nach drei Jahren harter Arbeit winken öffentliche Gelder

Stotel (fix). Die Stoteler jubeln. Ihre Alte Schule soll in ein Kulturzentrum für die Gemeinde Loxstedt um-gewandelt werden. Dafür steht Bares in Aussicht aus Loxstedt und Brüssel. Der Gemeinderat gab das Signal dafür. Damit konnten Bürger, Vereine und Geschäftswelt nicht rechnen.
Eigentümerin des denkmalgeschützten Gebäudes ist die Gemeinde Loxstedt. Vor fast genau drei Jahren schloss sie mit dem Stoteler Heimat- und Bürgerverein einen Nutzungsvertrag für das Haus. Bedingung: Der Gemeinde dürfen keine Kosten entstehen. Die Stoteler krempelten die Ärmel auf. Mit viel Eigenleistung und mehreren 10000 Euro Spenden – nicht zuletzt aus der Geschäftswelt – begannen sie, das etwa 100 Jahre alte Gebäude zu sanieren. Ein Seminarraum ist fertig; die Volkshochschule im Landkreis Cuxhaven zog ein. Jüngst wurde die gemütliche Heimatstube vollendet, in der einmal im Monat Kaffee und Kuchen serviert werden. Die Abfallberatung des Kreises will im Obergeschoss eine Ausstellung einrichten. Auch diese Räume sind schon fast fertig. Und dann kam eine Herkulesaufgabe, vor der Ortsvorsteher Fritz Grieger dann doch Manschetten bekam. Tragende Wände müssen herausgerissen werden, um einen Kultursaal im Erdgeschoss einzurichten. Das ist nicht ohne. Das muss statisch einwandfrei laufen. Grieger sprach im Loxstedter Rathaus vor, erhielt Unterstützung von der Stoteler CDU-Ratsfrau Tanja Grünefeld. Dann prüften die Beamten im Rathaus – mit dem EU-Leader-Projekt im Hinter-grund. Die Devise: Wenn, dann richtig. Grieger: „Denn Leader-Mittel gibt es für dieses Projekt nur einmal.“ Also nahmen die Beamten alles auf, was noch fehlte. Der Projektsteckbrief Das ist der Maßnahmekatalog: Für einen zweiten Seminarraum im Obergeschoss samt Nebenräumen und Toiletten wurden 60000 Euro kalkuliert. Für den Kultursaal im Erdgeschoss stehen 150000 Euro auf der Liste. Fürs Entkernen des Dachbodens und Einrichten eines Zentralarchivs für den Ortsheimatpfleger kam man auf 65000 Euro. Macht zusammen 275000 Euro. Weil Loxstedt zur Leader-Region Wesermünde-Süd gehört, rechnet man mit EU-Förderung in Höhe von rund 150000 Euro. Voraussetzungen: Zustimmung der lokalen Leader-Aktionsgruppe und des Amtes für Landentwicklung. Mit dem ersten Bauabschnitt (Seminarraum) darf aber schon in diesem Jahr begonnen werden. Bürgermeister Detlef Wellbrock stellte in der Gemeinderatssitzung die Frage: „Wollen wir das unterstützen?“ Fast alle wollten. Rolf München (Grüne) freute sich auf das Kulturzentrum für die ganze Gemeinde Loxstedt. Sylvia Tambor (SPD) hatte zwar Bauchschmerzen, stimmte aber ebenfalls zu. Die FDP zeigte Wohlwollen, enthielt sich aber. Das Votum: einstimmig Ja bei vier Enthaltungen.