Archiv Theater 2015

Stotel /Samstag, der 28. November 2015: Eine Frau im besten Alter bekommt eine Einladung zum Essen. Ein Date mit einem Mann. Gut, er hat ein paar Tage zuvor ihren Hund Bernd überfahren - aber er sieht gut aus: groß, blond, muskulös mit Seitenscheitel. Warum aus der Tragödie nicht etwas Gutes gewinnen dachte sie sich und tauscht mit ihm die Telefonnummern aus. Jetzt ist es also soweit, akribisch bereitet sie sich auf ihr Date vor, lernt sogar Englisch dafür. Was am Anfang des Abends als leichte Kost begann, was ziehe ich an, was erwartet mein Gegenüber von mir, entpuppt sich im Laufe des Abends als ein zum Teil düsterer Einblick hinter die Fassade. Selbstzweifel, Zukunftsängste gepaart mit der Vorfreude auf das große Treffen. „Ich weiß nicht mehr weiter“, bekennt sie. „Nicht nur im Leben, nein: Hier. Jetzt.“ „Was machen Sie, wenn Sie nicht mehr weiterwissen?“ ist die Frage an das Publikum gerichtet. Es war wirklich beeindruckend, wie man nur mit Mimik und Gestik von einer Sekunde auf die Andere so unterschiedliche Emotionen ausdrücken und auslösen kann.

My Name is Peggy. I am not depressive.” Eine namenlose Frau im besten Alter auf der Suche nach dem Glück.

 

„Mit ihrem Gespür für Rhythmik, und die Fähigkeit schnelle Wechsel von Charaktereigenschaften zu verkörpern, ist Corinna Ketter die ideale Besetzung.“ so aus der Dokumentation von „My Name ist Peggy“. Dem kann ich mich nur anschließen. Corinna Ketter, die gebürtige Rheinland-Pfälzerin aus Wittlich gibt mit “My Name is Peggy” ihre erste große Solorolle. Eine beeindruckende Leistung einer jungen, sehr talentierten Schauspielerin. (mg)

 

 

 

 

„De Cousinendag“ vom 06.03. bis zum 22.03.2015

Einmal im Jahr treffen sich die Cousinen zum Kaffeetratsch in der Bäckerei  von Walter Streusel. So wollen sich die vier verbliebenen Cousinen auch in diesem Jahr dort Treffen. Diesmal in Erinnerung an Walters verstorbene Frau, die früher die fünfte im Bunde war. Doch nicht nur das Treffen ist diesmal der Grund, steht doch jetzt wieder ein attraktiver, gutsituierter Mann auf dem Heiratsmarkt zur Verfügung. So dauert es nicht  lang, bis die vier Cousinen: die graue Kirchenmaus Line Sauer, gespielt von Anke Oetjen, die lebenslustige, bunte Bella Kawendel, gespielt von Ulrike Ahrens-Dornis, die bodenständige Lehrerin Senta Ralle, gespielt von Christiane Decker und die Kräuterhexe Wita Schröder, gespielt von Hanna Clüver um die Gunst von Bäckermeister Walter Streusel, gespielt von Horst Bellmann buhlen. Ein Wettstreit, wer sich am geschicktesten im Alltag der Bäckerei bewähren kann, soll es entscheiden. Das Chaos ist da vorprogrammiert. 

Am Ende gibt es allerdings doch noch ein Happy-End, finden sich doch der Bäckergeselle Harry Feinkorn, gespielt von Uwe Bargmann und die Bäckerstochter Katrin Streusel, gespielt von Silvia Rosenhagen.                                                                              

Belohnung für die tollen Schauspieler war ein tosender Applaus vom Publikum und ein dickes Lob vom Autor des Lustspiels, Rinje Bernd Behrens, der sich bei der Premiere mit unter das Publikum gemischt hatte. Toll gemacht, weiter so! (mg)

 

 

Stotel, der 10.01.2015

Besser hätte der Auftakt für 2015 nicht sein können. MitSebastian Schnoy haben wir die richtige Wahl getroffen. Da wir, der Kulturkreis, bei der „komischen Nacht“ in Bremerhaven 2013 komplett überzeugt waren, dass er der richtige Comedian für unser „Kulturzentrum Alte Schule Stotel“ ist,  haben wir ihn angesprochen und eingeladen. Dieser Einladung ist „Sebastian Schnoy“ mit seinem neuen Programm Von Stauffenberg zu Guttenberg – der Adel patzt immer kurz vor Schluss ...“ nachgekommen und hat uns wieder absolut von seinem Können überzeugt. Spritzig und anschaulich berichtet er in seinem neuen Programm von Eliten und Nieten des Adels. Er geht aber auch auf die traurigen Ereignisse der letzten Tage ein. Als Comedian und Berufszyniker sicherlich ein ernst zu nehmendes Thema. Aber auch diese Hürde meistert er brillant. So Schnoy: „Kurt Tucholsky hat auf die Frage „Was darf Satire“ geantwortet: Alles!“ und weiter: „Jede Religion hat ein Recht darauf, auf die Schippe genommen zu werden“.

„Das Programm war sehr gut, manchmal war der Humor recht Schwarz, aber er hat die Gratwanderung gut gemeistert. Daumen hoch.“ wie Annette R. aus Bremerhaven dazu meint. (mg)