Archiv Theater 2013

„Een Keerl speelt verrückt“ 01. bis 17. März 2013

Komödie in drei Akten von Winnie Abel

Für den Bauamtsleiter Heinz van Merseberg (Horst Bellmann) kommt es wirklich ganz dick. Nicht nur, dass ihm sein langweiliger Job nervt, seine raffgierige Ehefrau (Hanna Clüver) nur an sich und ans Golfen denkt und seine esoterische Tochter (Celine Lacroix) nicht von dieser Welt zu sein scheint, plötzlich droht auch noch ein handfester Korruptionsskandal seine Existenz zu ruinieren. Als dann auch noch seine Besuche im Rotlichtmilieu aufzufliegen drohen, stellt Heinz sich kurzerhand verrückt – er dreht durch. Mit Hilfe seines Freundes Dr. Richard Schmeichel (Manfred Puckhaber), der als Arzt die Diagnose stellen soll, um bei der Versicherung eine Arbeitsunfähigkeitsrente zu beziehen.  So könnte er noch einmal seinen Hals aus der Schlinge ziehen. Doch bekanntlich kommt alles anders an man glaubt. Gleich am selben Tag stellt seine Frau Gerlinde die Kranken-schwester Marita (Anke Oetjen) ein. Die kommt in Begleitung von ihrem etwas zurückgebliebenen Sohn Rudi (Uwe Bargmann) und weicht Heinz nicht mehr von der Pelle. Aber es kommt noch schlimmer, Gerlinde macht sich plötzlich an seinen Freund ran, der Versicherungsvertreter Herr Akte (Stephan Kromminga) schnappt sich seine Tochter, eine hartnäckige Lokalreporterin (Frauke Meyer) lässt einfach nicht locker und dann steht auch noch seine Bekanntschaft aus dem Bordell (Ulrike Ahrens-Dornis) in der Tür. Ein wirklich  rasant, witziges Stück. Wir haben sehr viel gelacht. Ein schöner Abend auf Plattdüütsch. (mg)

Duo „Hin & Weg“ Freitag, der 15.02.2013

Witzig, spritzig und voller Überraschungen: Das Duo Hin & Weg hat im voll besetzten Kulturzentrum Alte Schule Stotel für Lachsalven und allerbeste Unterhaltung gesorgt. Dessen Überlegungen zu Jugend und Alter, Frühling und Herbst waren so erfrischend, dass wohl jeder auf seine Kosten kam. Die beiden hatten sich schrill zurecht gemacht. Brigitte Borchers kam in Orange und Mackie Mahr in Leuchtendgrün – wie junges Gemüse. Und darum ging’s auch im Programm „Bon Duell“, das der Kulturkreis ausgewählt hatte. Das Publikum genoss kleine Bosheiten, Neckereien, unumstößliche Wahrheiten und applaudierte eifrig. Vor allem die auf Plattdeutsch gesungenen Lieder mit herrlichen, teilweise gemeinen Texten kamen gut an. „Die sind so gut, man muss sie einfach gesehen haben“, meinte Besucherin Ulrike Ahrens-Dornis und Ludolf Bode ergänzte: „Der Abend hat sich gelohnt.“ (be)

(Textauszug Artikel NZ vom 21.02.2013)