Archiv Theater 2011

Mit Instant Impro schließt sich der Kreis

Kulturzentrum Alte Schule blickt auf ein erstes Jahr voller gelungener Veranstaltungen zurück

Stotel, Samstag, der 29. Oktober 2011. „instant impro“ sind die Ersten gewesen, die für einen vollen Saal im Kulturzentrum Alte Schule in Stotel sorgten. Und genau das haben sie am Wochenende wieder geschafft: Voller Saal, überschäumende Stimmung, zufriedene Gäste. „Die erste gelungene Veranstaltung war der Auftakt zu unserem ersten tollen Kulturjahr in der Alten Schule“, sagte Kulturkreis-Sprecherin Tanja Grünefeld in ihrer Begrüßung. Es folgten Auftritte von Künstlern aus der Region und dem Ausland. Klassik gab es ebenso wie plattdeutsche Lieder und Geschichten – für jeden Geschmack etwas. Offenbar ein gutes Rezept, denn häufig sind die Karten schon im Vorverkauf vergriffen. Alexandra Göddert, Norman Böttger, Jörg Göddert und Guido Solarek zogen alle Register ihres Könnens, verteilten gleich zu Anfang Eimer mit nassen Schwämmen und Rote Rosen. Bei Missfallen wären die Schwämme Richtung Darsteller geflogen. Allerdings blieben sie unbenutzt, stattdessen wurde Alexandra Gödderts Wunsch, alle Rosen wegen der hohen Preise wieder zu bekommen, schon in der ersten Stunde erfüllt. Zu Beginn hatten sie und Norman Böttger die Aufgabe, einen Trecker von Jörg Göddert zu erwerben, wobei Alexandra ausschließlich Sätze mit genau sieben Wörtern und Böttger solche mit vier Wörtern benutzen durften. Das kam gut an und war so witzig, dass das Publikum von Anfang an mitging. Auf die Bitte, Berufe zu nennen, wurden Jobs vom Archäologen bis zur Hebamme genannt. Der blitzschnelle Wechsel von einem Beruf zum anderen und damit von einem Darsteller zum nächsten, gefiel. Die ersten Rosen flogen auf die Bühne. Über Eheprobleme, die aus Missverständnissen resultieren bis zu blitzschnellen Wechseln auf verschiedene Sprachen und die Übersetzung von Texten in Gebärdensprache war alles dabei, was die Lachtränen in die Augen trieb. Nach zwei Stunden mit den Improvisationskünstlern wollten viele nicht nach Hause und kehrten in die Heimatstube ein. (be)

(Textauszug Artikel NZ vom 02.11.2011)

Stotel, Donnerstag, der 16. Juni 2011 waren die Jugendlichen der damaligen Klasse 10 C vom Gymnasium Loxstedt bei uns zu Gast. Mitgebracht hatten sie das Musical „Linie 1“, das sie unter der Leitung von Günter Edlich eingeübt haben. Es war uns eine ganz besondere Freude, dass die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Loxstedt zustande gekommen ist, immer wieder gerne.  

„Linie 1“  ist ein Musical, das vom Berliner Grips‐Theater am 30. April 1986 uraufgeführt wurde. Die Musik schrieb Birger Heymann mit der Rockband No ticket, die Texte verfasste Volker Ludwig, Regie führte Wolfgang Kolneder. 1988 wurde es von Reinhard Hauff sehr erfolgreich als Musicalfilm verfilmt.

Linie 1“ spielt in der Szenerie der Berliner U‐Bahn‐Linie 1. Die Linie verlief damals im Westteil der Stadt zwischen den Bahnhöfen Ruhleben und Schlesisches Tor (Kreuzberg) und durchquerte dabei verschiedene Bezirke mit gänzlich unterschiedlicher Sozialstruktur. Ein Mädchen vom Land kommt nach Berlin, sucht ihren vermeintlichen Freund und lernt bei der Fahrt in der U‐Bahn verschiedene Gestalten aus dem Berliner Milieu kennen.

Eine wirklich sehr gut inszenierte Aufführung, mit ein paar wirklich hervorstechenden Stimmen. Ich fand es einfach super. (mg)

Stotel, März 2011. Die Plattenspeelers haben ihre Feuerprobe im Veranstaltungssaal des Kulturzentrums Alte Schule in Stotel mit Bravour bestanden. Das Stück „Een Kur för twee“ von Helmut Schmidt ist spritzig und die Darsteller zeigten sich in bester Spiellaune.

Eine Stunde vor Beginn war das Kulturzentrum voller Menschen. Im Seminarraum und in der Heimatstube gab es Schmalzbrote, Bockwürstchen, Frikadellen und Getränke, so dass die Zeit bis zum zur Aufführung schnell verging. Für viele Gäste war es der erste Besuch in der Alten Schule und so nutzten sie die Zeit, sich umzusehen. Auch die Kulisse konnte man sich ansehen, da nicht mit einem Vorhang gearbeitet wird. „Das Ende eines Aktes und der Schluss wird durch Abdunkeln der Bühne deutlich gemacht“, erläuterte Hanna Clüver. Dann begann das ver-gnügliche, verzwickte Stück. Die dominante Mutter Lisbeth (Hanna Clüver) erklärt ihrem erwachsenen Sohn Ludger (herrlich unbeholfen: Stephan Kromminga) was er zu tun hat, wenn sie ihre fünfwöchige Kur durchführt. Auf Zetteln hat sie alles haarklein notiert. Damit auch nichts schiefgeht und es ihrem Augenstern an nichts mangelt, hat sie ihre Schwester Tekla (Bettina Gerken) angewiesen, sich um ihn zu kümmern. Fremden nicht öffnen. Auch Nachbarin Janette (Frauke Meyer) hat genaue Instruktionen. Und er möge doch bitte die Tür nicht öffnen, wenn Fremde klingeln. Kaum hat Ludger den schweren Koffer seiner Mutter zum Taxi getragen, taucht Tante Tekla auf und will ihr Versprechen einlösen. Doch die Zettel sind verschwunden und so geht sie un-verrichteter Dinge. Da klingelt eine fremde junge Dame und bittet um Hilfe. Die Nachbarn, bei denen sie eine Studentenbude gemietet hat, sind verreist und Geld für die Rückfahrt nach Hause hat sie nicht. Nun ist Ludger ja dazu erzogen worden, behilflich zu sein. Und das macht er dann auch: er lässt die attraktive Heidi (Ulrike Ahrens-Dornis) im Zimmer seiner Mutter übernachten. Die angehende Psycho-logiestudentin merkt schnell, was für ein Muttersöhnchen ihr Ludger ist und erkennt: „Er ist mein erstes Objekt, aber dat durt noch, töf dat mal af'“. Inzwischen hat sich auch bei Mutter etwas getan. Sie kommt vorzeitig nach Hause und bekommt bald Besuch von ihrem Kurschatten Dieter (Manfred Puckhaber). Wer sich auf wessen Seite schlägt, und wie es weiter geht, können sich die Gäste bei den weiteren Vorstellungen ansehen. Auf jeden Fall gibt es reichlich Verwicklungen und köstliche Szenen voller Witz und Überraschungen. Der Applaus der über 140 Gäste war reichlich. Im Nachspann betrat Souffleuse Anke Oetjen die Bühne und machte deutlich, wie sich die Plattenspeelers freuen, nun auf einer festen Bühne zu spielen. Sie bedankte sich für die Treue der Gäste vor allem aus Wulsdorf und Nesse, wo die Plattenspeelers in den Vorjahren aufgetreten waren. Anschließend stellte sie die Mitspieler vor. Für das Bühnenoutfit war Birgit Mayer, für die Technik Stephan Kromminga und Björn Unruh verantwortlich. Den Bühnenbau erledigten die Arbeitslüüd des Heimat- und Bürgervereins und das Bühnenbild gestaltete Rudolf Oppermann. Regie führt Manfred Puckhaber. (be)

(Textauszug Artikel NZ vom 09.03.2011)