Archiv Musik 2013

Stotel/ Samstag, der 14. September 2013 "Jessy Martens & Jan Fischer"

Was für ein Abend, was für eine hervorragende Stimme, was für ein Temperament und was für eine klasse Stimmung. Für mich das Beste was Stotel in letzter Zeit zu hören bekommt hat. Beim Soundcheck bat uns Jessy Martens noch um eine Tasse Tee, da sie gesundheitlich etwas angeschlagen war. Etwas Schnupfen und ein bisschen Kratzen im Hals. Davon hat man später auf der Bühne absolut nichts mitbekommen. Außer das sie selbst behauptet hat, das sie vom Nasenspray noch aufgekratzter sei als sonst üblich. Ich denke, ihr liegt das Temperament einfach im Blut. Ein Wirbelwind das es versteht, das Publikum mitzureißen. Das was Jessy Martens mit ihrer Stimme und ihrer Bühnenpräsens fabriziert, macht Jan Fischer mit seinen Händen. Was er aus unserem alten Klavier rausgeholt hat, fabelhaft. „Urig, aber klingt gut“ waren seine Worte bei der Probe. Und wie gut er das Klavier zum Klingen gebracht hat. Zusammen waren die Beiden ein sehr sympathisches, impulsives, unterhaltsames Gespann. Man merkt, dass sie das was sie dort auf der Bühne präsentieren Leben. Ob nun „Summertime“ von George Gershwin, „Mess around“ von Ray Charles oder „Mercy“ von der britischen Sängerin „Duffy“, es war einfach super gesungen und gespielt. Am liebsten hätte man noch Stundenlang zuhören mögen. So wollte das  Publikum die Beiden auch nach der zweiten Zugabe nicht gehen lassen. Aber alle schönen Dinge haben auch mal ein Ende. Das gilt natürlich nicht für Jessy Martens, für sie geht es, und da bin ich mir sicher, noch ganz weit nach oben. Und wir durften sie Live in Stotel sehen. (mg) 

Stotel/Samstag, den 24. August 2013 "Hagen Allstars"

Die Stimmung ist kaum zu übertreffen gewesen, als die Hagen Allstars im Kulturzentrum Alte Schule loslegten. Von Anfang an hatten sie ihr Publikum fest im Griff und der dramaturgisch gut aufgebaute erste Teil zeigte, dass die neun Musiker nichts dem Zufall überlassen.

Begonnen hatten sie ihr Konzert im ausverkauften Saal mit dem ruhigen Song von Crosby, Stills & Nash „Helplessy hoping“, dem sie schnellere Stücke folgen ließen. Spätestens ab „Firecracker“ von Ryan Adams wippten und klatschten die Fans begeistert mit, ließen sich von der tollen Stimme von Heike Roes und der Spielfreude ihrer acht Mitstreiter gefangen nehmen und folgten der Band musikalisch durch die sechziger und siebziger Jahre. Auffällig gut waren Zusammenspiel und Harmonie der Musiker, die sich gegenseitig zur Hochform aufstachelten. Auch der Gänse-hautfaktor fehlte nicht: Heike Roes sang „Woodstock“ von Joni Mitchell in der Version von Crosby, Stills & Nash so innig, dass sich Gitarrist George Meier spontan mit einem Handkuss bei ihr bedankte. Der Stoteler, der schon mit Udo Lindenberg gespielt und als Teil von „Wolfsmond“ zusammen mit Lu LaFayette Erfolge feierte, zeigte sich in Bestform.

Viele jüngere Besucher waren ins Kulturzentrum gekommen und gingen bei Stücken der Beatles, „Eight days a week“, „I love you“ und „Here comes the sun“ begeistert mit. Nach gut zwei Stunden waren die Gäste so begeistert, dass sie „ihre“ Hagen Allstars nicht ohne Zugabe von der Bühne ließen. (be)

(Textauszug Artikel NZ vom 28.08.2013)

 

Stotel, Samstag der 08. Juni 2013 "Little Fiets"

Trotz der starken Konkurrenz, das schöne Wetter und die „Lange Nacht der Kultur“ in Bremerhaven, haben sich zahlreiche Gäste im Kulturzentrum Alte Schule Stotel eingefunden. „Little Fiets“ eine wirklich ansprechende Band, die uns mit ihrer Musik genauso begeistert haben, wie ihre Liebe dazu. Mit jedem Stück wurde „Little Fiets“ besser und der Funke zwischen der Band und dem Publikum ist spätestens bei „Wish you were here“ von Pink Floyd rüber gesprungen. Mit „I belong to you“ von Lenny Kravitz, „Don’t let me be misunderstood“ von Santa Esmeralda bis hin zu „Fairytale gone bad“ von Sunrise Avenue ein absolut gemischtes Programm, dass für jeden etwas zu bieten hatte. Auch das offene Konzept war für diese Veranstaltung genau das richtige. Der angenehmen Musik lauschen, dabei am Stehtisch ein Bier, ein Glas Wein oder auch eine Cola trinken, zwischendurch in der Heimatstube eine Kleinigkeit Essen und ein wenig plaudern. Ein gelungener Abend, dank der netten Gäste und der sympathischen Band. Vielen Dank! (mg)

Stotel, Samstag der 13. April 2013 "Delicious Divine"

Vier gut auf einander abgestimmte Stimmen. Die Stimme von Romana Weiß fein und klar passend zu den Songs von Alicia Keys: "If I ain't got you" oder "Empire State of mind"; die etwas rauchige Stimme von Annika Waldschmidt passend zu dem Song von Terence Trent D'Arby: "Sign your name" oder auch zu dem deutschen Song von Laith Al-Deen: "Bilder von Dir"; die kräftige Stimme von Julia Müller passend zu dem Song von Aretha Franklin: "I say little prayer" oder auch zu dem Song der Backstreet Boys "Everybody"; der männliche Part von Florian Müller passend zu dem Song von Kirk Franklin: "My Desire" aber auch zu dem deutschen Song von Flo Mega "Zurück". Für jeden etwas Passendes dabei, ob nun für die jeweilige Stimmlage oder für den Zuhörer. Begleitet wurden die vier tollen Stimmen von Jan Braach Gitarre, Jarek Raschkowski Piano, Daniel Rewerski Bass und Tim Klempow Drums. Zusammen ergibt das die Band "Delicious Divine", die uns begeisterte, mitgenommen und super unterhalten hat. Nicht zuletzt durch die witzig, spritzige Moderation von Florian Müller, der so einige Lacher gewollt oder auch ungewollt auf seiner Seite hatte. Der voll besetzte Saal entließ die Band dann auch nicht ohne diverse Zugaben. Zum Ende bedankte sich Florian Müller dann beim Publikum, dem Kulturkreis und nicht zuletzt bei Stotel, denn hier bei einer Veranstaltung der Gewerbetreibenden fand die Band ihren Ursprung. (mg)

Die Stimme des Hohen Felds / "Maria Bober", Samstag, der 12.01.2013

Wenn es das Wort Heimat im Plural gäbe: Maria Bober liebt ihr Geburtsland und ihr Zuhause in Stotel

Stotel. Maria Bober (44) ist lebhaft, fröhlich und optimistisch. Genau wie ihre selbstkomponierten Lieder, mit denen die Sopranistin Jung und Alt im Kulturzentrum Alte Schule bezauberte. Die Mutter zweier erwachsener Kinder lebt seit 21 Jahren im Hohen Feld in Stotel. So außergewöhnlich wie sie selbst sind ihre Lieder. Sie geht gerne auf Menschen zu und hat sich selbstverständlich an der Aktion „Finden, was verbindet“ der Künstlerin Philine beteiligt.
Sängerin und Krankenschwester im Hauptberuf: Maria Bober wirkt integrierend auf Menschen – vor allem durch ihre Musik und ihren Beruf. Sie lebt gerne im Hohen Feld. „Hier bin ich zu Hause. Zwar liebe ich meine polnische Heimat auch sehr, aber leben möchte ich nur hier. Hier leben meine Familie, meine Verwandtschaft und viele meiner Freunde.“ Geboren und aufgewachsen ist die gebürtige Polin in der Nähe von Breslau. Dort hat sie ihre fünfjährige Ausbildung zur Krankenschwester absolviert, hat geheiratet und wurde noch während der Ausbildungszeit im Alter von 19 Jahren Mutter. Ihre Antriebsfeder war schon damals ihr Credo: „Wenn man etwas will, schafft man es auch. Mit 23 Jahren zog sie mit ihrem Mann Jozef und den beiden Kindern nach Stotel. Dort hatten ihre Eltern und Geschwister bereits eine neue Heimat gefunden. „Es hat zwei Jahre gedauert, bis wir richtig Fuß gefasst hatten. Ich musste ein Praktikum zur Anerkennung meines Berufes als Krankenschwester absolvieren und auch mein Mann fand während dieser Zeit eine Arbeit“, erinnert sich Maria Bober an die erste Zeit in der neuen Heimat. „Wir sind dreimal innerhalb des Hohen Feldes umgezogen, bis wir unser endgültiges Nest gefunden hatten. Leicht war es nicht, aber zum Glück haben wir schnell gute Freunde gefunden. Sie halfen uns bei Problemen und dabei, die Sprache zu lernen. Das ist das Wichtigste.“ An das Singen, ihre große Leidenschaft, war in der ersten Zeit nicht zu denken. In Polen hatte sie sonntags die Messe mit ihrem Gesang bereichert und auf Hochzeiten war sie oft als Sängerin ein gern gesehener Gast. „In Deutschland habe ich nur in der Kirche gesungen, wo 1997 Bozena Szmidt-Piontek vom Stadttheater Bremerhaven in der katholisch-polnischen Mission auf mich aufmerksam wurde. Sie gab mir meinen ersten Gesangsunterricht“, erinnert sich Bober. Es folgte Gesangsunterricht bei Franka Kraneis und Barbara Busch. Vor acht Jahren sang sie zum ersten Mal Psalmen bei einer heiligen Messe im polnischen Pilgerhaus in Rom. Seitdem fährt sie jährlich nach Rom, wo das Oberhaupt der polnischen Jugendorganisation vor drei Jahren auf sie aufmerksam wurde. Er hatte die Idee für das Projekt, mit dem Bober nun in allen größeren Städten Polens singt. Es sind Lieder zu Ehren der mit sechzehn Jahren ermordeten seligen Karolina, der Schutzpatronin der Jugend. „Es hat zwei Jahre gedauert, bis ich mir diese Lieder zugetraut habe. Ich besuchte die Orte ihres Wirkens, machte mich mit ihrem Leben vertraut und war bei einer Buchpräsentation über ihr Leben in Warschau dabei. Sie war eine Frau mit viel Charisma und gab vor allem Jugendlichen Lebensinhalt und Mut. Das Wissen gab mir die Kraft, diese Lieder zu singen und nun selbst zu komponieren.“ Ihren Beruf als Krankenschwester übt Maria Bober nach wie vor gerne aus. Singen ist ihr großes Hobby. „Jeder hat Talente und soll versuchen, immer besser zu werden.“ (be)

(Textauszug Artikel NZ vom 12.02.2013)