Archiv Musik 2011

Jazz und Lyrik unterhaltsam vereint

Abend im Kulturzentrum Alte Schule mit Gedichten von Gottfried Benn begeistert die Zuhörer

Stotel, Samstag, der 12. November 2011. Anspruchsvoll und zugleich sehr unterhaltsam und romantisch war der Abend mit Jazz und Lyrik im Kulturzentrum Alte Schule. Norbert Duwe hatte ein Konzept erarbeitet, das die Texte von Gottfried Benn mit wunderbaren Jazz-Melodien, gespielt vom „J-H-Ehlers-Oli-Poppe-Quartett“, ergänzte. „Noch einmal so sein wie früher: Unverantwortlich und nicht das Ende wissen“, stand als Einstieg über dem Programm, das Norbert Duwe in Anlehnung an die „Jazz und Lyrik“-Bewegung der 60er Jahre entwickelt hatte. Dabei handelte es sich um eine persönliche Auswahl Duwes, die vor allem Stücke aus dem Spätwerk Benns beinhaltete. Dazu passten die von Jan-Hendrik Ehlers (Piano, Posaune), Oliver Poppe (Piano, Saxofon, Trompete), Ulrich Gadau (Kontrabass) und Joachim Remus (Schlagzeug) gespielten Stücke ganz hervorragend. Bekannte Melodien von George Gershwin waren ebenso dabei wie solche von Duke Ellington, Billy Strayhorn, John Green, Errol Garner und anderen Jazzgrößen. Besonders gut kam die in Bremerhaven geborene und in Essen sehr beliebte Schauspielerin Susanne Osthoff bei den Zuschauern an. Ihre sympathische Ausstrahlung brachte die Stimmung der Texte voll zur Geltung und machte den Abend zu einem wunderbaren Ereignis. „Die Texte und die Musik passten hervorragend zusammen. Es war schön, einmal so etwas Besonderes hier zu erleben“, freute sich Imma Glawe, die den Abend mit zwei Freundinnen genossen hat. Gottfried Benn (1886-1956) wurde vor 1933 von den fortschrittlichen Literaturkennern nicht nur in Berlin als einer der wichtigsten Dichter des deutschen Expressionismus verehrt. Dem Zauber seiner Gedichte konnten sich auch die Gäste in Stotel nicht entziehen. (be)

(Textauszug Artikel NZ vom 22.11.2011)

Klassik verzaubert Stotel

„Hommages“ aus Belgien ziehen Gäste in ihren Bann – Sängerin Zschöckner überzeugt mit reifer Stimme

Stotel, Samstag, der 17. September 2011. Die Bühne war in stimmungsvolles Licht getaucht und in den Farben Rot-Schwarz gehalten. Der Flügel und zwei große rote Achtelnoten in der Ecke machten deutlich, dass es im Kulturzentrum Alte Schule festlich zugehen würde. Erstmals hieß es „Stotel goes classic“ und ein Abend voller stimmungsvoller klassischer Lieder erwartete die Zuhörer.
Entsprechend erwartungsvoll waren die Gäste, die den Saal schon lange vor Konzertbeginn füllten. Als dann die „Hommages“, ein Klassik-Ensemble aus Belgien, die Bühne betraten, wurde es mucksmäuschenstill. Mit Liedern von Francis Poulenc (1899-1963) stellten sich Sängerin Marnie Zschöckner, eine gebürtige Stotelerin, David van Looveren (Piano) und Wouter Aerts (Klarinette) vor. Mit „La Dame d’André“, „Il vole“, „Mon cadavre est doux comme un gant“ und „Violon“ zogen sie die Gäste in ihren Bann. Ganz wunderbar harmonierte die von Wouter Aerts sanft und einfühlsam gespielte Klarinette mit dem virtuosen Spiel von David van Looveren auf dem Schimmel-Flügel sowie mit Marnie Zschöckners Gesang. Wohl kaum jemand im Saal hatte eine solch reife Stimme von der 1985 geborenen Zschöckner erwartet. Voll und sicher spielte sie förmlich mit ihrer Stimme, brachte melancholisch tiefe Passagen genauso sicher rüber wie jubilierende hohe Töne. Bei Stücken von Claude Debussy zeigte sich die Meisterschaft von Wouter Aerts und David van Looveren. Die sanft und weich gespielte Klarinette im wunderbaren Zusammenspiel mit dem Piano verzauberte, regte an und schenkte den Zuhörern ein Gefühl des Wohlbefindens. Das kam beim Publikum an. „Toll, was für eine großartige Stimme Marnie hat. Es ist ein Genuss, ihr zuzuhören“, freute sich Hannelore Hollmann in der Pause. Arno Knoop, häufiger Gast im Kulturzentrum, brachte es auf den Punkt: „Erstaunlich, dass wir Musik auf so hohem Niveau hier in Stotel haben. Das ist schon als Gnade zu bezeichnen“. Nach der Pause steigerten sich die drei jungen Musiker noch, spielten voller Konzentration, aber völlig unaufgeregt und erfrischend locker. Die deutschen Lieder von Louis Spohr (1984-1859) „Sei still mein Herz“, „Das heimliche Lied“ und „Wach auf“ hätten schöner nicht sein können. Hier zeigte sich das perfekte Zusammenspiel der Drei genauso wie im letzten Teil mit Stücken von Johannes Brahms (1833-1897), bei denen sich Flügel und Klarinette einen wahren Wettstreit lieferten. „Allegro amabile“, „Allegro appassionato“ und „Andante con moto/Allegro“ ließen Wind, Sturm und Regen vor den geistigen Augen des Publikums entstehen, gefolgt von fröhlich fliegenden Schmetterlingen im Sonnenschein. Kein Wunder, dass die „Hommages“ nicht ohne Zugabe von der Bühne kamen. Dreimal wurden die sympathischen Musiker wieder auf die Bühne geklatscht. Mit dem letzten fröhlichen Ton in „Pierrot“ von Debussy setzte Zschöckner schließlich charmant den Schlusspunkt.
(be)

(Textauszug Artikel NZ vom 19.09.2011)

Jazz vom Feinsten im Kulturzentrum Alte Schule

Jörg Seidel und seine Gipsy Jazz Connexion begeistern Zuhörer „Musik ganz ohne Hektik und Ungeduld“  Applaus für die Künstler.

Stotel, Freitag, der 24. Juni 2011. "Stotel goes Jazz", lautete erstmals das Motto am Freitag im Kulturzentrum Alte Schule, aber sicher nicht zum letzten Mal. Denn was Jörg Seidel und seine Gipsy Jazz Connexion boten, war Jazz vom Feinsten. Mit ihren mitreißenden Rhythmen zogen sie auch diejenigen Zuschauer in ihren Bann, die sich bisher nur am Rande für Jazz interessierten. "Toll, das war ja einfach super, spannend und energiegeladen", begeisterte sich Tanja Grünefeld vom Kulturkreis des Kulturzentrums. Es war faszinierend, wie sich die Musiker die Bälle zuwarfen und das jeweilige Thema aufgriffen. Jeder ließ dem anderen Zeit, sein Solo zu entwickeln und zu Ende zu führen, ganz ohne Hektik oder Ungeduld. So wurde nach jedem Solopart der Applaus lauter und herzlicher, denn die Spielfreude und gute Laune der Musiker übertrug sich schon nach den ersten Takten auf die Zuhörer. Rhythmisches Fußwippen und Kopfnicken waren bald im ganzen Saal die Folge. Die Gipsy Jazz-Connexion besteht aus Hajo Hoffmann, der sich den Stotelern als exzellenter Geiger präsentierte. Mitreißend, welche Töne er ihr entlockt, mal ganz sanft, fast traurig, mal mit schwindelerregender Schnelligkeit jauchzend, übermütig. Munter und fröhlich vertrieb er die "Wolken", die Seidel musikalisch in dem gleichnamigen Werk von Django Reinhardt aufziehen ließ und die von dem fantastischen Bassisten Jean- Louis Rassinfosse musikalisch in Regenwolken verwandelt worden waren. So munter und fröhlich war das Spiel, dass man am Schluss tatsächlich glaubte, die Sonne hervor blitzen zu sehen. Begleitet wurden die drei Musiker von Manuel Vondracek auf der Rhythmusgitarre, der die Solopartien aufmerksam und wirkungsvoll unterstrich. Zwischen den einzelnen Stücken erzählte Seidel aus dem Leben des legendären Django Reinhardt, der in den 1930er und 1940er Jahren weltweit große Erfolge erzielte und einer ganz neuen Art des Gitarre- und Geigenspielens den Weg ebnete. Nach gut zwei Stunden feinster Jazz-Musik und einer Zugabe endete der erste Jazz-Abend im Kulturzentrum Alte Schule. (be)

(Textauszug Artikel NZ vom 27.06.2011)

Carla Mantel und Band sorgen für einen schönen Abend in der Alten Schule

Stotel, Samstag, der 21. Mai 2011. Ihr Programm „Kein Thema“ war sehr wohl ein Thema: Carla Mantel brachte sensible Songs, humorvolle Ansagen und Gespräche mit dem Publikum ins Kulturzentrum Alte Schule und sorgte mit ihrer Band für einen unterhaltsamen Abend. Drei Gitarren (Jan Kauer, Dietrich Wüsteney, Simon Ennulat), ein Schlagwerk, ein Piano (Kadir Soytürk) und eine tolle Stimme: Mit dieser Zusammensetzung kamen Carla Mantel und ihre Band in Stotel gut an. Mal leise, fast flüsternd, mal rockig und laut röhrend zeigte Mantel die ganze Band-breite ihrer tollen Stimme. Dabei wirkte sie im schwarzen Paillettenkleid sehr elegant und damenhaft, und hatte doch witzige, humorvolle Ansagen aus dem täglichen Leben. So plauderte sie über ihre Erfahrung am Gepäckband eines Flughafens: Der nette Herr hilft gerne beim Herunterheben des schweren Koffers, erhofft sich jedoch eine Gegenleistung. Dieses Problem löste sie souverän und ganz charmant. Auch die vermeintliche Glitzerwelt der Schönen und Reichen nahm sie aufs Korn. „Das Girl von Ipanema“ ist blond und hat Besenreiser, stellte sie desillusionierend fest. Von bissig bis witzig sind ihre Übersetzungen der Songs von den Beatles, Brel, Gershwin und Brecht. Sie nahm das Publikum mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Allerdings bestimmte das Publikum deren Ende, denn ohne Zugabe kam Carla Mantel nicht von der Bühne. Nach einem plattdeutschen Stück gab es noch einen romantischen Abschied: „Der Astronaut muss los“. (be)

(Textauszug Artikel NZ vom 24.05.2011)

Suntana verführt das Publikum

Santana-Coverband sorgt im Stoteler Kulturzentrum für gute Stimmung

Stotel, Samstag, der 30. April 2011. Für einige war es die bisher beste Veranstaltung im Kulturzentrum Alte Schule: Das Konzert von Suntana. Die siebenköpfige Coverband mit den Songs des legendären Carlos Santana mischte mächtig auf und verführte selbst eingefleischte Nichttänzer zum Fußwippen und Klatschen. Was die Musiker auf die Bühne brachten, war sehens- und hörenswert. Die bekannten Stücke Santanas wurden mit Jubel begrüßt und auch die weniger häufig gespielten Songs kamen bei den Gästen im Kulturzentrum gut an. Von "Black Magic Woman" bis "Samba Pa Ti" war alles dabei, was das Herz eines Carlos-Santana-Fans begehrt. Für Stimmung sorgte die tolle Stimme von Pasco Schulz, die bei "Maria, Maria", so richtig zur Geltung kam. Ein beeindruckendes Schlagzeug Solo ließ selbst die Freunde ruhigerer Musik aufhorchen, und das perfekte Zusammenspiel von Ralf Heinlein, Thomas von Glahn, Vincente Herrador, Hans Rhomberg, Jörn Martens und Bob Renner machten deutlich, dass die Musiker in ihrer Musik aufgehen.
Kein Wunder, dass die Band nach über zwei Stunden nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen wurde. Als zum Schluss "Aqua Marine" gespielt wurde, waren die zahlreichen Gäste vollauf zufrieden. (be)

(Textauszug Artikel NZ vom 10.05.2011)

Hands ’n‘ Wood überzeugen mit handgemachter Musik – Zahlreiche jüngere Zuschauer angelockt

Stotel, Samstag, der 02. April 2011. Ein volles Haus und eine lockere, entspannte Atmosphäre erlebten die Gäste beim Konzert von Hands ’n' Wood im Kulturzentrum Alte Schule in Stotel. Erstmals hatten die Veranstalter auf Stuhlreihen verzichtet und stattdessen Stehtische aufgestellt. Den Gästen gefiel die lockere Clubatmosphäre.
Wer wollte, konnte sich trotzdem setzen, denn Stühle standen genügend bereit. Und nach gut zwei Stunden nahm der eine oder andere das Angebot auch gerne an. Der Clubatmosphäre tat das jedoch keinen Abbruch. Wer wollte, konnte in der benachbarten Heimatstube etwas trinken, ohne auf den Hörgenuss verzichten zu müssen, denn die Türen blieben offen. Hands 'n' Wood ließen es anfangs etwas ruhiger angehen. Die Auswahl an eigenen Stücken, die stilistisch in die Folk- und Westcoastmusik der siebziger Jahre einzuordnen sind, und bekannten Songs von den Eagles, Tom Petty, Crosby, Stills and Nash, Grateful Dead kam gut an. Die drei Musiker sind instrumental und gesanglich perfekt aufeinander eingestimmt, und Herbert Heinze am Mischpult trug das Seine zum ungetrübten Musikgenuss bei. Nach der Pause wurde es lebhafter. Zwar wurde nicht getanzt, dafür aber kräftig mit gewippt, gesummt und gesungen. Die launige und charmante Moderation, viele Informationen über die gespielten Stücke und gut gelaunte Interpreten sorgten für unbeschwerten Musikgenuss. Das Miteinander von Peter McCallum (Gitarre, Gesang), Nob Wesch (Gitarre, Gesang, Mandoline) und Ulli Neels (Gesang, Cajón), überzeugte die Zuhörer. „Toll, wie Ulli Neels auf dem Cajón die Illusion erzeugt, ein ganzes Schlagzeug zu bearbeiten“, freute sich Arno Knoop. Er hatte die Idee, Hands 'n' Wood nach Stotel zu holen, zusammen mit dem Kulturkreis realisiert und es keine Sekunde bereut. „Ein feiner Abend“ war dann auch die vorherrschende Meinung. Zwar waren viele Besucher bei diesem Konzert etwas jünger als bei den vorangegangenen Veranstaltungen. Dass jedoch auch ältere Gäste ihre Freude hatten, zeigte sich in der Heimatstube. Dort wurde ein 71. Geburtstag im Kreise der Familie mit Kindern und Enkeln gefeiert. Der Tisch dafür war vom Kulturkreis reserviert und vorbereitet worden. Auch nach Ende der Vorstellung ließen sich die Geburtstagsgäste im Seminarraum noch etwas verwöhnen. „Ein etwas anderer Geburtstag, eben etwas Besonderes“, freute sich das Geburtstagskind. (be)

(Textauszug Artikel NZ vom 14.04.2011)

Super: Simon Bellett rockt

Von Bach bis Status Quo: Musiker erfüllt beim „Konzert auf Zuruf“ im voll besetzten Kulturzentrum Alte Schule jeden Wunsch

Stotel, Samstag, der 15. Januar 2011. Simon Bellett hat es geschafft. Er hat seine Gäste im voll besetzten Kulturzentrum Alte Schule von den Stühlen gerissen. Bei seinem „Konzert auf Zuruf“ erfüllte er auch jeden Wunsch – von der Mondscheinsonate bis „Wo die Nordseewellen“. Bellett bewies, dass er alles kann: von Klassik über Jazz bis zu Schlagern und Pop.
Ganz gleich, welche Musikwünsche ihm aus dem Publikum zugerufen wurden: Simon Bellett hatte die Melodie auswendig abrufbereit und wählte das passende Instrument: Ob Klavier, Saxofon, Querflöte oder Akkordeon – er beherrscht sie alle. Dabei ist der Musiker witzig und sympathisch. Die kurze anfängliche Scheu der Gäste, sich etwas Klassisches zu Beginn zu wünschen, war im Nu verflogen und die Zurufe kamen Schlag auf Schlag. Den Auftakt machte „Für Elise“ von Beethoven. Es folgte die „Mondscheinsonate“, bei der so manchem Zuhörer warm ums Herz wurde.
Von Mexiko zum Mond
Spätestens damit war das Eis gebrochen und es folgten muntere Stücke wie Flohwalzer, Ungarische Tänze, Minutenwalzer, Schwanensee, einige der Goldbachvariationen von Bach und das wunderbare Largo von Händel. „Das passt gut zusammen, denn Bach und Händel haben zur gleichen Zeit gelebt“, freute sich Bellett, als der Zuruf kam. „Wo steht dieses Klavier?“ fragte der Allround-Musiker und aus dem Publikum kamen die unterschiedlichsten Vorschläge: „in Mexiko“, meinte einer und Bellett spielte „La Cucaracha“. „Auf einer Hallig“ lautete der zweite Zuruf – er spielte „Wo die Nordseewellen“; beim Wunsch „auf dem Mond“ erklang das Lied „Manchmal wird der Mann im Mond für seinen treuen Dienst belohnt“. Kein Wunsch blieb unerfüllt. Auch nach der Pause wurde es nicht langweilig. Bellett spielte mit seinen Gästen „Stadt, Land, Fluss“. Die Themen wechselten munter von Filmmusik über Blumen zu Kindern, Landschaften und Wetter. Zu jedem Thema fiel Bellett die passende Musik ein. Zum Schluss bat er einige Gäste, ihm die Instrumente schnell zu reichen. Er wechselte zwischen Akkordeon, Querflöte, Gitarre und Akkordeon hin und her, so dass die Assistenten ihre liebe Mühe hatten, seinen Wünschen hinterherzukommen. „In England habe ich zufällig Status Quo gesehen und da spiele ich jetzt „Rockin’ all over the World.“ „I like it“, rief er in den voll besetzten Saal und die Gäste standen von ihren Stühlen auf, tanzten vor der Bühne, klatschten im Rhythmus und freuten sich über einen gelungenen Abend. „Das war toll. Ein so abwechslungsreiches Konzert gibt es selten“, war die häufig geäußerte Meinung nach Ende des Konzerts. (be)

(Textauszug Artikel NZ vom 18.01.2011)