Archiv Kunst/Kleinkunst 2014 bis 2016

NZ Artikel/ Stotel, Mittwoch der 16.11.2016: Auf eine Entdeckertour  durch das Cuxland und nach Butjadingen nahm  im Kulturzentrum Alte Schule mit. Dabei stellte er interessante Menschen vor, deren Arbeit und Umfeld er in seinem  soeben erschienenes Buch „Stromlinien“  beschrieben hat.

„Stromlinien“ spielt in unserern Heimat, vom Wattenmeer bis Rechtenfleth. Hier leben Persönlichkeiten wie sie von Krimiautorinnen Angelika Griese und Natascha Manski beschrieben werden, und  solche, wie ich sie in meinem Buch darstelle“, erklärte Pleyn zu Beginn des Abends und machte als erstes Station in Misselwarden. Bei Oberdeichgräbe Hermann Mühlmann und  Thomas Ströer, Geschäftsführer der Deichverbände Land Wursten und Osterstader Marsch. „Der Deich ist sicher“ wissen die beiden Experten und empfehlen einen Deichspaziergang mit einem Kaffee am Wremer Sielhafen. Wer lieber mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann die 6.000 Kilometer des Nordseeküstenradwanderweges rund um die Nordsee in Angriff nehmen. Er führt entlang der Unterweser direkt am Deich von Cuxhaven bis nach Bremerhaven und weiter nach Holland.  In Rechtenfleth traf Pleyn die Schäferin Dagmar Jacobsen, die ihren Schafen den „goldenen Tritt“ bescheinigt.,da sie anders als schwerere Tiere keine Löcher in die Böden treten und das Gras kurz halten.  Außer ihren Schafen liebt sie edles Geschmeide: halbtags ist sie als Goldschmiedin in Bremerhaven tätig und stellt auf Kunstausstellungen aus.  Bei einem Ausflug über die Weser traf Pleyn die Künstlerin Bärbel Deharde, die ihrer großformatigen Edelstahlskulptur den Namen „Der Blanke Hans“ gegeben hat. „Kunst ist mein Leben. Eine Idee verfolge ich leidenschaftlich in Tag- und Nachtarbeit“, erklärt sie.  Ihre „Vertellstöhl (Hörstühle), die sie zusammen mit Musikerin Ute Extra geschaffen hat,  laden zu“Sitzen – Sehen – Hören – Verstehen ein.   „Endlich einmal auf Kunst sitzen und sich die Region ganz entspannt erhöhren“, ist Pleyns Entdecker-Tipp.

Einen Einblick in die  Arbeit der Seelotsen und die Lotsenbrüderschaft  gab Marc Petrikowski im Interview mit Dieter Pleyn. Sein Werdegang vom  Schiffsmechaniker, zum Seefahrtoberlehrer und schließlich zum Lotsen ist außergewöhnlich und die Arbeit alles andere als langweilig. „Das elektronische  Lotseninformationssystem ist aus unserer Arbeit nicht wegzudenken, aber Augen und jahrelange Erfahrung bleiben die wichtigsten Navigationssysteme“, so Petrikowski. Zu tollen Fotos von Susanne Carstensen, Marlies Menger, Tim Dierks, Arne von Brill, Petrikowski  und Pleyn gibt es Kochrezepte und Ausflugstipps.  Da war es geradezu selbstverständlich, dass Tourilox den Abend gemeinsam mit dem Kulturkreis organisiert hatte. (be).

 

Stotel, NZ Artikel / Samstag, den 29. Oktober 2016, Musik voller Leidenschaft und Gefühl kennzeichnete den Klassikabend „Stotel goes Klassik“ mit Stefan Veselka und Kathrin Busch. Stefan Veselka hatte Werke von Clara Schumann-Wieck, Robert Schumann und Johannes Brahms ausgewählt. Dazu hatte Kathrin Busch anrührende Szenen aus dem umfangreichen  Briefwechsel des Ehepaares Schumann vorbereitet.

Spannend, abwechslungsreich und nicht eine Minute langweilig gestaltete das Loxstedter Ehepaar den Abend. Der erste Teil war ganz dem Ehepaar Clara und Robert Schumann gewidmet. Den Auftakt machte Veselka mit 4 Pieces fugetives, Op. 15, von Clara Schumann-Wieck, deren Vater seinen ganzen Ehrgeiz daran setzte, seine Tochter als Pianistin und Komponistin bekannt zu machen. Robert Schumann war Schüler ihres Vaters, des Musikpädagogen Wieck. Die Romanze zwischen Tochter und Musikschüler gefiel dem ehrgeizigen Vater gar nicht und lange konnten sich die beiden nur ohne dessen Wissen treffen.  Die ständige Unsicherheit, innige Liebesschwüre und -beteuerungen sind Inhalt zahlreicher Briefe, die häufig nur an die Adressen von Freunden gesandt werden durften.

Kathrin Busch brachte mit Auswahl und Vorlesekunst das große Selbstbewusstsein der jungen Clara und der Zuneigung der jungen Liebenden auf die Bühne und hauchte den Texten Leben ein.

Die innige Musik aus Robert Schumanns „Waldszenen op. 82 machte die Geschichte zu einem Erlebnis, das so manchen Zuhörer tief berührte.

Im zweiten Teil standen die Werke von Johannes Brahms im Vordergrund.  Er war ein guter Freund der Familie und Claras Stütze während Schuhmanns Erkrankung und nach dessen Tod. Veselka hatte unter anderem die Sonate Nr. 2 Fiss-Moll, Allegro non troppo und Allegro non troppo e rubato ausgewählt. Die einzelnen Stücke verband Busch mit Auszügen aus Claras Tagebuch. Es war „ein Abend zum Genießen für Herz und Seele, ein wunderbarer Abend“, wie Tanja Grünefeld  vom Kulturkreis des Heimat- und Bürgervereins zum Abschied sagte. Kein Wunder, dass Stefan Veselka , von 2011 bis  2013 als 1. Kapellmeister  am Stadttheater Bremerhaven tätig und  zurzeit 1. Kapellmeister in Münster, nicht ohne Zugabe von der Bühne kam. Ein Glücksfall für die Zuhörer, die beiden Künstler in Stotel genießen zu können. (be)

 

 

Link zum Film über die Kunstwoche 2016 von Radio Weser TV

„Ole School un ne’e Kunst“

 

"KREATIVES" gab es im Kulturzentrum Alte Schule Stotel in der Woche vom 13. bis zum 21. August 2016. Die Kunstwoche „Ole School un ne’e Kunst“ fand dieses Jahr zum fünften Mal unter der Organisation von Renate Rönsch statt. 18 Künstler haben auf dem Gelände des Kulturzentrums in einer "offenen Werkstatt" an ihren Projekten gearbeitet. In dieser Woche konnte man in der Zeit zwischen 10:00 und 17:00 Uhr den Künstlern über die Schulter schauen, den Fortschritt der Kunstobjekte verfolgen oder den Künstlern Fragen stellen.

Der krönende Abschluss war auch dieses Mal, am 21. August 2016, die Finissage, die ab 14:00 Uhr zusammen mit der Kaffeestube der AWO geöffnet hatte. Zahlreiche Besucher sind der Einladung gefolgt und man konnte sich, wenn man wollte, bei einem netten Gespräche mit dem Künstler einen kreativen Eindruck verschaffen.

Mitwirkende Künstler waren diesmal: Annemarie Arndt, Bärbel Ricklefs-Bahr, Gudrun Denzel-Pfeil, Heinz Glaasker, Michael Görlach, Helly Halaris, Alfredo Caranguejo, Sandra Jakobs, Svetlana Kail, Matthias Kopka, Hilke Leu, Reiner Madena, Denis Dale Müller, Godehard Pollakowski, Jens Saxe, Hilke Sens, Heino Schoof und Frank-Michael Waldau

 

 

Es war wirklich ein wundervoller, harmonischer Abend. So harmonisch, wie die Liebe sein sollte. Und rund um dieses Thema drehte sich auch das Programm, das Kathrin Busch extra für den 

Valentinstag zusammen gestellt hatte. Eine Lesung der besonderen Art, denn Kathrin hat uns Ihre zusammengestellten Texte nicht einfach vorgelesen, sie hat sie vorgetragen, gelebt. Ob es nun die Liebesbrief von H. v. Kleist an Henriette Vogel waren: „Mein Jettchen, mein Herzchen, mein Liebes, mein Täubchen, mein Leben, mein Liebes süßes Leben…“ oder das traurige Märchen von Oscar Wilde „Die Nachtigall und die Rose“, in dem die Nachtigall ihr Leben lässt, um die Rose der Liebe aufblühen zu lassen oder auch das lustige Gedicht „Dornröschen“ von Friedhelm Kändler: „...Zack! Die Zunge saust aus dem Frosch heraus. Ein kurzes Kleben - dann ist es aus. Dornröschen erwacht - Wer war's? Wer hat ein Ende gemacht dem Schlaf, dem langen, dem ich verfangen?...“ immer war es bewegend, zu tiefst traurig oder voller Witz dargeboten.

Das Ganze wurde einfach brillant von Stefan Veselka, der 1. Kapellmeister am Theater Münster ist, am Klavier musikalisch begleitet. Er hat uns passend zu den Beiträgen mit Stücken von z. B. Schumann; aus Waldszene OP. 82 „Eintritt“ und „Vogel als Prophet“, oder von Bach; aus der französischen Suite Nr. 5 „Courante“ sowie von Debussy; „Clair de Lune“ verzaubert.

Wir hoffen sehr, auch in Namen der anwesenden Gäste, auf ein Wiedersehen mit den Beiden. (mg)