Archiv Kinder/Jugend 2012

Jeder Osterhase ist ein Unikat  (22. und 29. März 2012)

Kneten, Brennen und Bemalen: 16 Kinder töpfern in der Alten Schule Stotel unter künstlerischer Anleitung

Stotel. Hingebungsvoll bemalt Janka (7) ihren Osterhasen. Silberfarben wird er, die Lauscher innen leuchtend rot, ebenso wie die Karotte in den Vorderläufen. Sie hat den Hasen vor einer Woche eigenhändig aus einem Klumpen Ton geformt, und nun soll er zu Ostern den Tisch zieren.
Sie ist eines von sechzehn Kindern, die am Osterbasteln des Kulturkreises Alte Schule in Stotel teilgenommen haben. In zwei Gruppen wurden die Sechs- bis Elfjährigen von der Stoteler Künstlerin Svetlana Kail in die Töpferkunst eingeweiht. Im ersten Schritt durften die Kinder einen unförmigen Klumpen nach Herzenslust kneten, um so ein Gefühl für das Material zu bekommen. „Es ist ein bisschen wie Knete, aber doch etwas anders“, beschrieb Laura (8) ihren Eindruck. Danach ging es ans Formen des individuellen Osterhasen. Der durchgeknetete weiche Ton wurde um ein Plastikei gedrückt. „Dann haben wir es in der Mitte aufgeschnitten, das Ei herausgenommen, die Hälften wieder zusammengesetzt und die Naht vorsichtig verschlossen“. Marius (11) hat genau darauf geachtet, dass er nicht zu fest drückt. „Man steckt den Finger in ein Loch und hält von innen dagegen.“ Auf die gleiche Weise wurde der Kopf geformt. Würste aus Ton wurden zu Lauschern, Vorder- und Hinterläufen geformt. Jeder Hase ist ein Unikat, keiner sieht aus wie der andere: der eine hat Hängeohren, bei dem anderen stehen die Lauscher senkrecht als Zeichen höchster Alarmbereitschaft. Marius' Hase steht auf den Hinterpfoten und hat ein Loch. „Da kann man etwas hineinstecken“. Nach der Schwerarbeit des Formens war erst einmal eine Woche Pause, denn die Rohlinge mussten trocknen und gebrannt werden. „Dass dabei keines der Exemplare geplatzt ist, zeigt, dass die Kinder gut zugehört und gut gearbeitet haben“, erklärte Svetlana Kail. Eine Woche später fanden die Kinder eine Menge Farbtöpfe und verschiedene Pinsel an ihren Arbeitsplätzen. Nach einer kleinen Farblehre machten sie sich mit Feuereifer ans Anmalen. Mit vor Aufregung roten Wangen und ganz vorsichtig wurde auch die kleinste weiße Stelle angemalt, die Augen aufgetupft und die Barthaare gestrichelt. Das Osterei in den Pfoten wird gelb, der Schwanz des Hasen, die „Blume“, weiß. Mit dem Ergebnis sind alle ausgesprochen zufrieden, wie sich bei der anschließenden Hasenparade in der Mitte des Tisches zeigt. Was sie mit den liebevoll gebastelten Hasen machen wollen, steht für einige der Nachwuchskünstler auch schon fest: „Den schenke ich meiner Mama zu Ostern“. (be)

(Textauszug Artikel NZ 05.04.2012)